Wege zur Förderung

Das Programm “Initiative ergreifen” ist Teil der Städtebauförderung des Landes NRW. Es gelten die Stadterneuerungsrichtlinien NRW.

Die Förderanträge werden nach einem Qualifizierungs- und Beratungsprozess über die Kommunen bei den jeweiligen Bezirksregierungen gestellt. Die Mittel werden von den Kommunen auf der Grundlage eines Vertrages an die Projektträger weiter geleitet. Verantwortlich für die Verwendung der Mittel ist letztlich die Kommune zusammen mit den Projektträgern.

Der Anstoß zu Projekten muss aus der Bürgerschaft und von zivilgesellschaftlich engagierten Gruppen kommen. In der Folge wird aber erwartet, dass sich die Projektinitiatoren mit der örtlichen Stadt(teil)- und Regionalentwicklung auseinandersetzen und das Projekt im Qualifizierungsprozess mit der jeweiligen Kommune (oder kommunalübergreifenden regionalen Planungsinstanzen) darin einordnen.

Voraussetzung ist grundsätzlich, dass das Projekt Bestandteil einer Gesamtmaßnahme in einem Stadterneuerungsgebiet ist.
Die Initiativen unterstu?tzen damit das Anliegen der Kommunen, festgestellte städtebauliche Missstände in einem ausgewiesenen Gebiet abzustellen. Anstelle der Kommune u?bernimmt die Initiative die Instandsetzungs- / Umnutzungsmaßnahme sowie den Betrieb
der Einrichtung.

Die Fördermittel können sowohl für eine Investitionsförderung als auch für eine auf zwei oder drei Jahre begrenzte Anschubförderung eingesetzt werden. Dies wird in einem Qualifizierungsverfahren und nach den Erfordernissen des jeweiligen Projekts festgelegt. Investitions- und Anschubförderung sind gegenseitig deckungsfähig.

Die Förderung wird als Zuschuss gegeben (in der Regel mit dem jeweiligen kommunalen Fördersatz zur Städtebauförderung). Der Eigenanteil muss über den Projektträger aufgebracht werden, von den Kommunen wird ein kommunaler Eigenanteil von 10% erwartet. Die Aufbringung des Eigenanteils über die Projektträger kann erfolgen über eigene Barmittel, Barspenden, gespendete Architekten- und Unternehmerleistungen oder über gemeinschaftliche bauliche Selbsthilfe (geldwerte Leistungen). Von den Projektträgern wird im Förderfall ein überschaubarer Beitrag als Umlage zur Mitfinanzierung des Managements Initiative ergreifen erwartet.

Die Projekte müssen ein Qualifizierungsverfahren (bis Förderantrag) und ein Beratungsverfahren (im Förderzeitraum) durchlaufen. Projektinitiativen stehen in einem Wettbewerb um Förderung.

 

Der Zugang zur Förderung erfolgt in 5 Schritten:

  1. Schritt: Kontakt Projekt-Management “Initiative ergreifen”
  2. Schritt: Beratungs- und Qualifizierungsprozess mit dem Management “Initiative ergreifen”
  3. Schritt: Förderempfehlung Beirat “Initiative ergreifen”, Förderentscheidung MHKBG
  4. Schritt: Förderantrag über die Kommune an die zuständige Bezirksregierung
  5. Schritt: Einstellung ins jeweilige Stadterneuerungsprogramm zur Herstellung des Mittelflusses, Einstieg in die Realisierung

 

Im Qualifizierungsverfahren gelten folgende Kriterien:

  • Initiativen aus der Bürgerschaftgesellschaft
    Sie müssen örtlich breit in der Bürgerschaft verankert sein. Sie müssen sich gut organisieren können. Sie müssen in der Lage sein, möglichst viele Menschen und deren praktisches Engagement zu mobilisieren.
  • Gemeinsinn und Anliegen der Stadterneuerung
    Die Projekte müssen im Kern ein gemeinnütziges oder öffentliches Anliegen haben. Sie sollen zum Beispiel das soziale und kulturelle Zusammenleben in Nachbarschaften, Stadtteilen und Städten fördern. Die Projekte sollen der Um- oder Wiedernutzung von denkmalgeschützten oder industriekulturell bedeutsamen Gebäuden oder der Sicherung von städtebaulich und stadtentwicklungspolitisch wichtigen Standorten dienen. Sie sollen Beiträge leisten zum Strukturwandel in unseren Städten und Gemeinden.
  • Unternehmertum und belastbare Betriebskonzepte
    Gefragt sind soziales, kulturelles und im weitesten Sinne gemeinnütziges Unternehmertum, um anspruchsvolle Projekte nicht nur baulich umsetzen, sondern auch einen mittel- und längerfristig stabilen Betrieb aufbauen zu können. Nachgewiesen werden müssen die Leistungsfähigkeit zur Mobilisierung sehr unterschiedlicher Formen des bürgerschaftlichen Engagements und der Aufbau wirtschaftlich und organisatorisch tragfähiger Strukturen. Hierzu gehören z.B. Eigenanteile, Bauherren-Rolle, Trägerschaften sowohl beim Eigentum als auch beim Betrieb, Jahreswirtschaftspläne über mindestens 5 Jahre.
  • Projekte mit Signalcharakter
    Die Projekte sollen vorbildlich umgehen mit Städtebau, Freiraum und Architektur. Planerisch-baulich sollen die Projekte herausragen; sie sollen durchaus auffallen. Sie sollen aber auch durch ihr inhaltliches Profil “Alleinstellungsmerkmale” aufweisen. Gerade die Kombination aus Qualitäten in Städtebau, Freiraum und Architektur auf der einen und einem besonderen inhaltlichen Profil auf der anderen Seite soll zum “Projektkapital” werden.